Dienstag, 23. Januar 2007

Übung 10

„Geschichte Online“ besteht aus insgesamt vier Modulen:

a. Wissenschaftliches Arbeiten: Hier lernt man all das was man als Geschichte Student im vierten Semester weiß bzw. wissen sollte, nämlich, wie man verschiedene Arten von Texten (Annotationen, Abstracts, Rezensionen,…) auf wissenschaftliche Art und Weise (Argumentation, Zitate, Fuß-/ Endnoten, Literaturangaben) und graphisch adäquat verfasst; wie man mündliche Präsentationen/ Referate inhaltlich und formal gestaltet; schließlich bietet dieses Modul auch die Möglichkeit sich das Kurrentlesen anzueignen.
Im Grunde ist dieses Modul eine Online- Variante einer der Lehrveranstaltung S3 „Einführung in die wissenschaftliche Wissens- und Textproduktion“ (teilweise auch S4 Lektüre historiographischer Texte) aus dem Studienlehrplan und würde sich zum blenden learning als Alternative oder Ergänzung hervorragend eignen.

b. Literatur- und Informationsrecherche: Hier wird versucht zu vermitteln wie man mit Bibliotheken und bibliographischen Datenbanken umgeht, sobald man sich auf der Suche nach einem Buch in Bewegung gesetzt hat; man lernt weiters die wichtigsten Begriffe und Strategien, die die Literaturrecherche betreffen. Informationsrecherche definiert zunächst mal den Begriff Information und zeigt Strategien der Strukturierung (z.B.: Datenbanken) und Präsentation (z.B.: Museen).

c. Geschichtsdidaktik: Dieses Modul versucht nicht nur die besten didaktischen Wege einer Vermittlung von Geschichte aufzuzeigen, sondern setzt sich intensiv mit Mediendidaktik auseinander und präsentiert die Situation der Geschichtsdidaktik im In- und Ausland (Netzwerk Geschichtsdidaktik).

d. Hypertextcreator: Prägend für dieses Modul ist die Charakterisierung (Kohärenz, Teamarbeit) eines Hypertextes bzw. Hypertextcreators, seine „Geschichte“ (Prototypen) und als Krönung sollte man sich selbst an der Konstruktion eines Hypertextes versuchen (leider funktionierte der Link am Montag 22. und Dienstag 23. Jänner nicht!).


Das Submodul „Zitat, Zitierregeln, Anmerkungen“

Nachdem man dieses Submodul durchgearbeitet hat, wird einem klar wie gut oder schlecht man noch die Zitierregeln beherrscht (Wobei hat Studentendasein empirisch gezeigt hat, dass sogar die diversen Geschichte Institute der Universität Wien nicht idente Zitierstile preferieren bzw. die Professoren an gleichen Instituten verschiedene Zitierweisen praktizieren bzw. die Studenten praktizieren lassen!). Hier hat man also einiges, was man schon im Studium gelernt hat, wiederholt: was ist ein Zitat, welche Arten von Zitaten gibt es und welche Zitate werden wie zitiert. Die praktischen Übungen sind hilfreich ebenso wie das wiederholen (schließlich gilt ja: Repetia est mater studiorum.) und ich kann nur an meine Schlussbemerkung im Abschnitt übers Modul „Wissenschaftliches Arbeiten“ erinnern.

Kommentar zur Aufgabe bzw. Aufgabenstellung

Leider hätte die Aufgabenstellung präziser ausfallen sollen (bei vorherigen Aufgaben war es für mich immer glasklar was zu machen ist). Beispiel: Aufgabe 3: „…bewerten Sie die Aufgabe“, ist hier nur das Submodul „Zitat, Zitierregeln, Anmerkungen“ gemeint oder das Auseinandersetzen mit „Geschichte Online“ im Ganzen? Sonst war die Aufgabe im speziellen wie im allgemeinen eher amüsant (so wie fast immer bisher).
Mich quält die Frage: Wieso wird uns so eine einfache (so nehme ich es war, deswegen auch mein spartanischer und diesmal freier Schreibstil) Aufgabe am Ende dieser Lehrveranstaltung, die doch ziemlich hohe Ansprüche gestellt hat, zugeschickt? Ich vermute, Sie wollten uns zeigen, dass ein großer Teil (denn viele Teile des GO- Projektes korrelieren mit den Fächern des SLP) des Studienlehrplans medienadäquat virtuell aufbereitet werden können, und Sie so auch auf ihre These von dem „Platz der Geschichtswissenschaften im Net“ anspielen. Ich hoffe ich werde nicht zu persönlich, denn man hätte am Ende der LV auch die Konstruktion eines Hypertextmoduls (oder auch mehrerer) positionieren können um „nachzuprüfen“ ob man so wichtige Prinzipien wie Kohärenz oder Granulierung verstanden hat.

Ich freue mich auf Ihren Kommentar

Dienstag, 16. Januar 2007

Übung 9

Geschichte im Netz: Praxis, Chancen, Visionen

Der Text ist die überarbeitete Rede des Prof. Wolfgang Schmale, die er während eines
(welcher genau?) Kongresses im Jahr 2006 gehalten hat.

Die Überschrift des Textes paraphrasiert und charakterisiert den Text und sein Thema sehr gut. Es geht eben um das Thema: Geschichtswissenschaft bzw. „Geschichte“ im Netz in der Praxis, wo sind die Chancen für die Geschichtswissenschaft im Netz;
und im letzten Teil, der einen sehr semiotischen Zugang aufzeigt und quasi prophetische Visionen hinsichtlich der Geschichtswissenschaft im Netz und ihrem gesellschaftlichen Einfluss aufbietet. Eine kurze Einleitung zeigt von Anfang an die (positive) Haltung des Vortragenden gegenüber Web und Geschichtswissenschaft und definiert die Geschichte im Netz als „Nutzung des Web für die vielfältigsten geschichtswissenschaftlichen Zwecke“.

Im Folgenden sollen die drei Teile zusammengefasst werden:

Praxis: Der „status quo“ der Praxis von Geschichte im Netz zeigt, dass die „Geschichte“ zwar das Motiv für eine Fülle von Internetseiten ist, aber die Geschichtswissenschaft selbst (die sich eigentlich mit dieser befasst) nur minimal an diesen Seiten beteiligt ist und das Gros eben einer anderen Urheberschaft zugehört (Schulprojekte, Heimatseiten, rechtradikale Organisationen,…). Auch deswegen zeigen geschichtsmotivierte Seiten ein großes qualitatives Spektrum (gut – miserabel).
Die Geschichtsdarstellung im Netz erfordert eine Modulierung der bisherigen Schreibformate und Schreibtechniken: Granulierung (ca. 1 500 Zeichen für ein Hypertextmodul.). Die Geschichtsdarstellung erfolgt in einem Hypertext (Bsp.: pastperfect.at), in dem der User selbst seine Sinnbildung steuert, die sich als Gegenstück zu der bisherigen autorativen/ autoritären Wissensbildung erweist.
Ebenso zeigt Schmale, dass die Vorwürfe der Fluidität und Hybridität an die Geschichte im Netz ebenso an die Geschichte in der traditionellen Form (Druckmedien) mit gleicher Legitimation anwenden lassen können.
Möglicherweise ist die wichtigste Aussage dieses Teil, dass der gleiche Wissensbestand beidseitig (alte und neue Medien) publiziert wird (backing) und dass die Vertreter der Geschichtswissenschaft beide nutzen sollen.

Chancen: Diese Transformation der Geschichtswissenschaft als institutionalisiertes System auf Grund des Webs (und Computers) lässt sich an sechs Punkten festmachen:

1. Verflüssigung und Beschleunigung der Kommunikation heißt indirekt auch beschleunigte Forschung bzw. Forschungsergebnis. Wobei anzumerken ist, dass die Qualität der relevanten Seiten an Qualität zu wünschen übrig lässt, aber eine Tendenz nach oben zeigt.

2. Forschung: In diesem Punkt sind viele (nationale) Barrieren eingerissen worden, obwohl Qualitätsstandards im Webbereich von der Geschichtswissenschaft noch zu setzen sind. Wichtig ist der weniger kontrollierbare Informationsfluss bei/ wegen einem diffusen Publikum. Dies wird wohl mittelfristig auf die Forschungsthemen rückwirken.

3. Multimedialität (3-teilig): Hier sind Chancen in der Darstellung und Nutzung multimedialer Quellen gegeben, die auch die Inter-/ Multidisziplinarität, im Fokus haben.

4. Das Netz bringt mit seinem strukturbedingtem Eigenschaften einen „Zwang“/ Druck
zum multimedialen, inter-/ multidisziplinären und historisch- kulturwissenschaftlich Arbeiten/ Forschen/ Darstellen auf der globalen, transnationalen oder einsprachigen Ebene mit sich.

5. E- Learning: Es fördert das selbstgesteuerte Lernen, indem der alltagskulturelle Habitus aufgegriffen und in einen wissenschaftlichen ummoduliert wirt. Für die Geschichtswissenschaft heißt das mittels Präsenz im Netz Einfluss zu nehmen und dadurch ihre Platzierung im System der Wissenschaften und Wissenschaftspolitik zu verbessern.

6. Veränderte Beziehung zwischen Individuum, Kollektiv und wissenschaftlichem Wissen: in Zukunft wird nicht der einzelne für die Präsentation von Wissen verantwortlich sein sondern Teams, das zeigt sich auch an einem Wachsen der Content Management Systeme wie dem Hypertextcreator gegenüber den HTML- Seiten.

Visionen: Dieser Abschnitt ist durch drei Schlüsselwörter gebrandmarkt: Medienrevolution (Internet) – Gesellschaft – Geschichtswissenschaft.
Der Schlüssel zum Verständnis dieses Abschnitts ist ein semiotischer Zugang zur Kultur/ Gesellschaft (Kultur als Code, Zeichen: Inhalt – Bezeichnetes, Form: Bezeichnendes). Die gegenwärtige Gesellschaft/ Zivilisation präsentiert sich so wie sie ist auch im Internet und sie ist durch Hybridität, Fluidität, Volatilität, Hypertextualiät geprägt. (Hier hinein gehört auch ein Verlust des essentialistischen Konzepts des Individuums statt dem kohärenten Konzepts des Individuums.) Dadurch wird sich auch die Position von der die Geschichtswissenschaft betrieben wird maßgeblich verändern und durch Kohärenz geprägt sein.

Reflexion:

Der Text zeigt den aktuellen Zustand der Geschichtswissenschaft im Netz und deren (ferne) mögliche Zukunft sehr klar und positiv, wobei die alten Medien nicht so schlecht wegkommen wie man es sich erwarten würde. Nachdem man den Text gelesen hat, hat man nicht den Eindruck, dass er von einem Fortschrittsoptimisten verfasst worden ist, aber ich meine es lässt sich ein Subtext im Text ersehen aus dem zu erlesen ist: Es ist die Zeit für die „neuen Medien“ gekommen, langsam, aber doch, weg mit den alten. Ein paar Stellen sprechen eindeutig dafür (S. 20: „Das Netz codiert besser (sic!) … als die alten Medien; S. 8: die alten Medien … Charakter historischer Primärquellen erhalten…“), andere wiederum bestätigen die Äquivalenz von alten und neuen Medien. Aus dem Text ist ebenso herauslesbar, dass der Redner ein Vorreiter ist im Kampf für die Präsenz der Geschichtswissenschaft im Netz, wobei offensichtlich noch viele Gefechte zu schlagen sind.
Im Kapitel Visionen hat Schmale m. E. nach sich nicht zu weit aus dem Fenster geneigt, sondern hat versucht die gesellschaftliche Entwicklung bis heute, die Medienrevolution und die (zukünftige) Geschichtswissenschaft „unter einen Hut zu bringen“ bzw. in Relation zu einander zu sehen und dieses Wechselspiel weiter zu „spielen“ , was ihm gut gelungen ist, ob es auch so sein wird kann eben nur die Zukunft zeigen.
Weiters zeigt der Text einige Fäden, die uns das ganze Semester in „verfolgt“ haben (z. B.: Hypertext, Multimedialität, Geschichtswissenschaft im Netz).

Eine Frage möchte ich gerne geklärt haben: Was ist mit „der Beginn eines neuen Typus [menschlichen Individuums/ historischen Individualisierungsprozesses]“ gemeint?

Dienstag, 19. Dezember 2006

Übung 8

Zusammenfassung

Der zu lesende Text „Schreiben für das Web: Bloggen und Hypertexten“ ist in sechs Kapiteln aufgeteilt: 1. Der Computer wird zum Medium, 2. Kurze Weblogrunde, 3. Das Weblog als Schreib- und Venetzungswerkstatt (Verteilung und Transfer, Eine Plattform für Erkundungstouren, Persönliches Online- Lernjournal, Begleitung und persönliches Archiv), 4. Das Weblog als Gemeinschaftsplattform, 5. Angemessenheit oder die „Ethik des Bloggens“, 6. Wie sie zu einem Weblog kommen.

Ich möchte nun nicht die einzelnen Kapitel jeweils für sich zusammenfassen, sondern die Essenz des Textes hinsichtlich des Bloggens treffen. Der gegebene Text befasst sich mit dem Hypertexten nur marginal. Konkrete Hinweise, die für das Hypertexten hilfreich sein könnten sind hier nicht gegeben (dafür aber in dem letzen Text, der zu lesen war und eigentlich die Fortsetzung dessen ist; falls ich mich richtig erinnere hat das Prof. Schmale in der Sitzung am 7.12. 2006 angesprochen).

Was ist ein Blog, worauf kommt es beim Bloggen nun an und was „bringt das Bloggen alles mit sich“?

Ein Weblog ist eine regelmäßig aktualisierte Website, die Eigenschaften einer Homepage und eines Diskussionsforums verbindet. Einen Weblog einfach einzurichten ermöglichen so genannte „Hosts“ wie twoday.net, für Fortgeschrittene Blogger sind opensource- Webslogs mit eigenem Serverplatz und mehreren Optionen hinsichtlich Nutzerverwaltung und Veröffentlichung von Inhalten verfügbar. Die Einträge selbst sind rückwärtschronologisch abgebildet, über mehrere Kategorien abrufbar und jeder Eintrag ist einer URL Adresse zugeordnet, wodurch auch Verknüpfung zu anderen Blogs ermöglicht wird. Außerdem ist die Möglichkeit jeden Blogeintrag zu kommentieren von großer Bedeutung, weil auf diese Weise Diskussionen entstehen können, die sich in der Blogsphäre ausbreiten.
Ein Weblog wird von einem „Redakteur“ oder einem Kollektiv betreut und die dort veröffentlichten Inhalte sind nicht unbedingt nur an das Team gerichtet, sondern einem weiten Publikum eben via Internet zugänglich. Der Faktor des Publikums wirkt sich nun gravierend auf die Form des publizierten Inhalts an: Die wissenschaftlichen Inhalte werden in kurzer und prägnanter Form präsentiert. Ebenso wichtig scheint es einen eigenen Stil zu finden um Blogs schreiben zu „können“. Hier ist Hilfe mit einem Blick auf die bereits ca. 70 Mio. vorhandenen Blogs möglich. Falls man eine Diskussion anregen möchte, gibt es die Möglichkeit eine Frage im Eintrag zu formulieren.

Für einen Studenten oder angehenden Historiker kann Blog führen konkret folgendes heißen:
- Bloggen eignet sich als Gedächtnisstütze beim Arbeitenschreiben oder Recherchieren.
- Stärkung der Sozialkontakte im Studium
- Abbau von Hürden zur Veröffentlichung eigener (wissenschaftlicher) Inhalte
- Chance zum Erwerb von Schreib-, Internet- und Vernetzungskompetenz
- Erleichterung der wissenschaftlichen Publikation, Kommunikation und des fachwissenschaftlichen Austauschs


Kommentar

Der Text repräsentiert auf eine sehr theoretische Weise, das was wir das ganze Semester eben gemacht haben- eben Blog führen. Sehr dankbar bin ich für die Hinweise am Ende des Textes, die einen Blick auch auf Blogs werden lassen, die sich außerhalb der Blogsphäre unserer M4- Bloggruppe befinden. Weitere sehr hilfreiche Hinweise sind zum Thema Zitieren im Blog gefallen, die bisher im Semester nicht zur Sprache kamen.
Um ehrlich zu sein erscheint mir das Bloggen nicht als eine „große Sache“, wahrscheinlich deswegen nicht, weil man schon mit dem Computer und dem Internet vertraut ist und das Bloggen selbst einem als eine weitere Option der beiden bereits erwähnten „Techniken“ vorkommt.
Für mich stellt sich viel eher die Frage nach der Wissenschaftlichkeit eines Blogs. Falls ein Blog als „wissenschaftlich“ charakterisiert werden kann (und der Anspruch darauf wird im Text eigentlich erhoben), dann müsste dieses Fazit eine Zitierbarkeit eines Blogs „abwerfen“. Hier möchte ich nun die Frage stellen: Ist Bloggen in der geschichtswissenschaftlichen „Sphäre“ als wissenschaftlich und zitierbar akzeptiert und wie schaut es in anderen Wissenschaftsbereichen aus?

Dienstag, 5. Dezember 2006

Übung 7

Zusammenfassugn

Der vorgegebene Text handelte primär vom Hypertext und bestand aus insgesamt fünf Kapiteln (8. Assoziation und Vernetzung, 9. Nichtlinearität und Hypertext, 10. Module, Links und Kohärenz, 11. Berichte aus einer Hypertext- Schreibwerkstatt, 12. Weiterführende Gedanken über das Denken und Schreiben in hypertextuellen Strukturen). Weil die jeweiligen Kapitel selbst hypertextuelle Strukturen (Kohärenz, Multilinearität) aufweisen, halte ich es nicht für sinnvoll ein Kapitel nach dem anderen zusammenzufassen, sondern einen Überblick über die Fragen zu gehen, die der Text behandelt, nämlich: Wie ist ein Hypertext strukturiert (Kapitel 7, 8 und 9)?, Wie wird dieses Konzept in der Praxis umgesetzt (Kapitel 10 und 11, am Beispiel: pastperfect.at)? und Gibt es und welche weiterführende Gedanken zum hypertextuellem Denken und Schreiben.

Ein Hypertext setzt sich in seinen elementaren Einheiten aus Modulen oder inforationellen Einheiten zusammen, die meistens nicht länger als 2 500 Zeichen lang sind (weil ab dieser Menge an Informationen die Aufnahmefähigkeit des Rezipienten abzunehmen beginnt). Diese Einheiten weisen zunächst folgende Charakteristik auf: kohäsive Geschlossenheit – autonome, kontextunabhängige Verständlichkeit einer jeder Einheit. Kohärenz steht somit Relation mit Nichtlineariät (kein vorgegebener Pfad für die „Durchforstung“ eines Hypertextes) und Multiperspektiviät – zwei weiteren Eigenschaften eines Hypertextes. Dass ein Hypertext kein abgeschlossenes Projekt repräsentiert, sondern ein ständig erweiterungsfähiges ist daher ein unbedingtes Muss für jeden Hypertext.
In Verbindung stehen diese Module mittels Querverbindungen Link). Falls das Modul kontextoffen und zum „Verzetteln“ anregend verfasst wurde, so gibt es die Möglichkeit für den Leser seine geweckte Neugier eben mittels Verlinkung vielfach unter verschiedenen Aspekten zu kontextualisieren. Im Detail sieht das folgendermaßen aus: Links, die mit einem Attribut versehen sind (typisierte Links), sind am Screen ersichtlich und zeigen an über welches Attribut eine Verbindung wohin hergestellt wird (z. B.: pastperfect.at: Vertreibung der Juden Spanien 1492).

In der Praxis entpuppt sich die Verfassung einer informationellen Einheit für einen Hypertext als gar nicht so einfach, womöglich, weil konträr zum Abfassen einer üblichen Monografie, die sequenzielle Strukturen aufweist. Es musste eine gemeinsame Plattform für die Texte erstellt werden mit den Pfeilern: Rezipient, vorausgesetztes Wissen, Verhältnis von Präzision und Länge/ Kürze einer modularen Einheit im Hinblick auf eine problemorientierte und historische Perspektive. Das Autorenteam wurde im Projekt pastperfect.at durch das Content Management System und das Virtual Museum System, das automatisch Verbindungen zwischen den Modulen herstellt, nachdem man es mit gemeinsamen Attributen programmiert hat, unterstützt.
Um kooperative Erstellung von Inhalten a la Wikipedia zu erleichtern, wurde ein Hypertextcreator erstellt durch den Produktions-potenziale für Schul- und Studienbetrieb adaptiert werden. Der HTC bietet ein fertig programmiertes themenneutrales Interface an und funktioniert ähnlich dem uns bekannten Bloggen. Die Module müssen erstellt und im Netzwerk mittels Kontexten (Attributen = zentrale Begriffe, Personen, Quellen) eingepflanzt werden. Hinzu kommt, dass Bild- und Tonmedien auch integrierbar bzw. attributiv sind.

Das letzte Kapitel wirft einen anderen Blick auf Texte: Sie werden in einem Licht gezeigt, dass keine Schatten der Hierarchisierung und wirft und die Multiplität von Texten (hier können Texte sehr weit gefasst/verstanden werden) hervorhebt.

Kommentar

Ich hoffe, dass die Qualität meiner Zusammenfassung für den zu Lesenden Text spricht und so die fehlende Länge meines Kommentars entschuldigt. Denn er ist sehr transparent und verständlich geschrieben, weist selbst die Merkmale auf über die er selbst erzählt (z.B. kohäsive Geschlossenheit). Ich sehe mich nun fähig selbst als Autor eines Hypertextes zu agieren und werde dies versuchen.

Dienstag, 28. November 2006

6. Übung

Pastperfect eröffnet eigentlich vier geschichtliche „Zugänge“/ „Textebenen“: Ereignisse (aber eigentlich im Sinne von Total- / Strukturgeschichte), Kontexte (~Themenfelder), Rezeption (hängt eng mit Wissenskonstruktion zusammen) und Reflexionen (Metaebene von pastperfect, die auch einen Ausblick auf den Konnex von Wissenschaft und Internet bietet). Wenn man Biographie und Glossar dazurechnen würde, weil sie auch zusätzliches Wissen vermitteln, wären es eigentlich fünf (siehe Link "Projekt".
Wodurch sich diese Seite wohl am meisten von den bisher analysierten abgrenzt ist ihre Hypertextualität, wodurch auch ihre (bisher unübliche) Multiperspektivität widergespiegelt wird. Die inhaltliche Ebene der Seite besitzt eigentlich keinen Anfangs- und Endpunkt außer dem äußeren zeitlichen Rahmen (1492 und 1558). Die Seite „lebt“ von ihrer Binnenverlinkung und von ihrer multimedialen Form: Die Koordinaten für die über 700 Texte können mittels eines Zeitrades und eine Schiffes (globaler und europäischer Rahmen) vorgegeben werden. Außerdem ist dieses interdisziplinäre Projekt (Wissenschaftler, Mediendesigner, Softwareentwickler) nicht abgeschlossen, sondern ständig erweiterungsfähig.
Der erste Weg wie man sich durch pastperfect bewegen kann, wurde schon oben erwähnt und im Anschluss genügt ein Klick auf einen der gekennzeichneten Orte auf der Karte um den Text erscheinen zu lassen. Es besteht weiters die Möglichkeit mittels einer Suchmaschine (leider ohne Option auf eine erweiterte Suche) zum Wissen zu kommen. Eine Alternative zum hypertextuellen Zugang zu diesem Zeitraum bildet die Textversion dieser Seite, die auf der Startseite zugänglich ist.
Die Ebene „Rezeption“ soll veranschaulichen wie vermeintlich sichere historische „Fakten“ zeit- und orstsgebundenen Interpretationen unterworfen sind. „Geschichte“ wird nicht als etwas Gegebenes und Statisches gesehen, sondern als etwas Dynamisches und Konstruierbares/ Konstruiertes angesehen. Hier wird die Rezeption von historischen Tatsachen bis in die Gegenwart verfolgt und somit auch die unterschiedlichen Auffassungen von jenen aufgezeigt. So schließe ich mich auch der Ausssage auf dem Aufriss der Ebene „Rezeption“ in der Textversion an, die meint: „Geschichte wird stets neu erfunden“.
Die Ebene „Reflexionen“ verlässt eigentlich die inhaltliche Dimension von pastperfect und betritt die Metaebene. Hier sind drei Elemente konstitutiv: Essays von Wissenschaftlern zum Thema Wissenschaft und Web, Erfahrungsberichte der Mitarbeiter mit Augenmerk auf die interdisziplinäre Mitarbeit und Evaluation durch User.
Ob die Seite wissenschaftlichen Maßstäben entspricht ist schwer zu beantworten, weil es nicht auf den ersten Blick evident ist. Es fehlen die uns so sehr vertrauten Fußnoten in einem wissenschaftlichen Text und ebenso ist der Autor des jeweiligen Textes nicht angegeben (Hier stellt sich für mich die Frage, was die jeweiligen in Klammer gesetzten Abkürzungen am Ende der Texte z. B.: (jek) bedeuten.). In der Beschreibung von pastperfect der Seite mediaprix ist die Rede von „WissenschaftlerInnen“ und auf der Projektbeschreibung von pastperfect selbst von „jungen und arrivierten WissenschaftlerInnen“, die als Autoren der Texte fungieren. Weiters ist ein Link zu einer Literaturliste gegeben, die thematisch geordnet ist. Mein persönliches Gefühl hält die Seite für zitierwürdig, obwohl ich oben Hindernisse erwähnt habe (ein Zitierhinweis würde hier sehr weiterhelfen).
Die Art und Weise wie pastperfect Wissen zu vermitteln versucht, ist sehr innovativ und sogar ambigen im Vergleich zu einem Buch oder dem üblichen schulischen Unterricht oder einer „altmodischen“ Vorlesung, wo einem Wissen in statischer Form präsentiert wird. Pastperfect schafft einen Wissenspool aus dem man sich Wissen „herausfischen“ kann. Dem Rezipienten/ Akteur wird eine viel größere Handlungsmöglichkeit gegeben, die er für sich nutzen zu wissen sollte.
Obwohl die Seite beim ersten Betreten für mich ungewöhnlich und das Handling der Koordinaten einer kurzen Einübung bedurfte, kann ich eine positive Bilanz ziehen. Die Seite überzeugt mit ihrer Multiperspektivität, ihrer Struktur (hier möchte ich jedem raten die Projektbeschreibung zu lesen) und ihrer geschichtswissenschaftlicher Inhalte, wobei ich hier die Zitier- und Fußnotenproblematik schon angesprochen habe. Daneben ist dieses „Herumkoordinieren“ in Zeit, Raum und Aspekt sehr interessant und es vermittelt Wissen auf eine geradezu verspielte Weise, die sehr leicht die Neugier und Begeisterung für Geschichte von jedem zu wecken vermag.

Mittwoch, 22. November 2006

Antwort

Ich glaube in Ihrem Kommentar liegt ein Missverständnis vor, denn ich bringe ja keine Beispiele für die FNZ, sondern Gegenbeispiele für das 19. und 20.Jh vor. Was in meiner Argumentation jedoch fehlt, sind die Beispiele für die FNZ, die belegen würden, dass die Mehrheit der Themen sich um die FNZ dreht (nämlich 10 von 16 Themen sind FNZ bezogen, einschließlich der Französischen Revolution).

Dienstag, 21. November 2006

5. Übung

Aufbau und Inhalte

Die Seite historicum.net weist einen sehr kompakten und gegliederten Aufbau auf, wobei sich der breite Inhalt besonders in den Untergliederungen der jeweiligen Themen entfaltet. Die Startseite kennzeichnet sich durch fünf große Rubriken: Themen, Länder, Recherche, Lehren & Lernen. Die Rubrik Home ist mit der Startseite ident. Sie zeichnet sich durch die Nennung von einigen aktuellen beiträgen, einen Überblick über die jeweiligen Themenbereiche der Rubrik Themen, die zwei neuesten Beiträge im Forum und die Erwähnung von Partnern.
Eine Metaebene von historicum.net ist durch eine all jeder Zeit präsente Leiste mit sieben Links (Über uns, Impressum, Newsletter, Presse, Partner, Hilfe, Kontakt), die Informationen über „hinter den Kulissen “ von historicum.net und Kontaktmöglichkeiten bieten. Ebenso ist immer im Bereich von historicum.net oben auf der Seite eine Suchmaschine mit einer gut ausgebauten erweiterte- Suche- Option vorhanden. Wenn man eine von den anderen vier Rubriken betritt- und in Folge eine Unterabteilung- ist die erste Seite immer eine Deskription der ganzen Rubrik bzw. Unterabteilung und auf der linken Spalte ist eine Auflistung von Themenkreisen. Die Rubrik Themen ist sehr „durchmischt“, doch dominiert hier der Schwerpunkt Frühe Neuzeit mit ihren eurozentrischen Themen über das 19. (Napoleon, Risorgimento) und 20.Jh. (Bombenkrieg, Zwangsarbeit, Internationale Geschichte). Die Rubrik Länder ist eine Synthese vom Herder- Institut und dem historicum.net, weil von den elf Unterabteilungen sieben (Estland, Lettland, Litauen, Ostmitteleuropa, Polen, Slowakei, Tschechien) eigentlich Links zum erwähntem Institut sind. Die Rubrik Recherche charakterisiert sich selbst in etwa als Linkkatalog über auserwählte Informationsressourcen im Internet. So kann man etwa eine Suche über Institutionen, Literatur, Fachzeitschriften, Digitalisierte Quellen, Lexika und Nachschlagewerke, Fachportale durchführen. Lehren & Lernen beabsichtigt eine umfassendere Nutzung des Internets im Rahmen der universitären Lehre zu erleichtern mit drei Tutorien, die das Archivwesen und den Computer bzw. das Internet im Geschichtsstudium betreffen. Weiters werden Informationen über Webkataloge, Geschichtsdidaktik- und besonders interessant weil online- Publikationen betreffend- GWU- Kolumne „Informationen Neue Medien“ und Link- Winks präsentiert.
Sobald man eine Subunterteilung (z.B.: Themen/ Medien und Kommunikation/ Themen) aufmacht kann gegebenenfalls ein Index in der rechten Spalte, das das Thema in noch weitere kleinere Segmente unterteilt (Brief, Buchdruck, Denkmal,…), oder eine Möglichkeit zum Dateidownload im PDF- Formater (Wieso ist diese Möglichkeit nicht durchgehend im historicum.net verankert??) erscheinen. Interessant wäre hier eine Sitemap wie bei Clio- Online, weil man dann sehen würde wie „tief“ diese Wissensarchivierung hier strukturiert ist. Meinem Eindruck nach ist historicum.net viel mehr auf eine geschichtswissenschaftliche Wissensvermittlung hinaus als etwa Clio- online, das mehr an dem „Wie komme ich zum Wissen?“ orientiert zu sein scheint.
Ich versuche zwar Tendenzen zu beschreiben, obwohl aus den jeweiligen Rubriken zu erschließen ist, dass sich beide Seiten um beides bemühen: also Wissensvermittlung und Vermittlung von „Wissensportalen“.
Zu diesem Punkt passend finde ich auch die „logische“ Unvollständigkeit von historicum.net (z. B.: Themen/Bombenkrieg/Chronik/1942- ab August bis zum Jahresende fehlen jegliche Einträge), weil hier eben versucht wird eine möglichst vollständige und präzise Präsentation von Wissen zu leisten.

Mittwoch, 15. November 2006

Antwort

Das ich das Wort "Sammelsurium" verwendet habe, liegt einzig daran das ich dem Wort eine andere Bedeutung zugeschrieben habe (einem Archiv ähnlich) als es tatsächlich hat, ein kurzer Blick in den Thesaurusus hat gereicht um die wahre Bedeutung zu erfahren. Die Rubrik Favoriten ist mir natürlich aufgefallen. Wieso aber ist sie nicht in den Registern oben auf der Startseite verzeichnet und sie wird auch in der Unterabteilung "Sitemap" nicht erwähnt. Unter diesen Kriterien ist sie quasi etwas Externes, deswegen habe ich wohl vergessen sie zu erwähnen, obwohl es klar ist, dass sie ebenso ein Teil von Clio- Online ist.

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